Markus Wilke
Pro BMXer, X-Games Winner, Redakteur Freedombmx
 
"Mein Name ist Markus Wilke, und ich fahre seit 1989 BMX, davon über zehn Jahre als Profi. In meiner Karriere bin ich auf der ganzen Welt herumgekommen und habe sehr viele gute, aber leider auch sehr viele schlechte Skateparks gesehen.
 
Grundsätzlich freut sich jeder Skater oder BMXer, wenn in seiner Region ein neuer Park entsteht. Meistens löst schon die bloße Ankündigung eines Neubaus in der Szene großen Enthusiasmus aus. Da gute Anlagen selten sind, scheuen die Fahrer nicht davor zurück, eine längere Anreise auf sich zu nehmen.
 
Ein guter Park spricht viele verschiedene „Geschmacksrichtungen“ an, d.h. er bietet eine große Vielfalt verschiedener Hindernisse. Streetfahrer möchten Curbs und Ledges, meist auch ein Rail; Rampenfahrer sind hingegen eher für Rundungen aller Art zu haben – sei es nun ein Bowl, eine Minirampe oder auch nur einige Quarter Pipes.
 
Deshalb sollten die verantwortlichen Behörden, Politiker und Architekten sich im Vorfeld mit den zukünftigen Nutzern der Anlage an einen Tisch setzen, um mehr über deren Vorlieben und Abneigungen zu erfahren. Ein allgemeingültiges Patentrezept für einen guten Park gibt es nämlich nicht. Nur durch solche Gespräche kann man erreichen, dass letztendlich der fertig gestellte Park von möglichst vielen Sportlern angenommen wird.
 
Beton hat sich über die Jahre als das ideale Baumaterial herausgestellt. Hindernisse aus Holz stehen zwar in so genannten „Skate Hallen“, für den Außenbereich ist von ihrem Bau jedoch abzuraten. Durch ihre Witterungsanfälligkeit entstehen hohe Betriebs- und Instandhaltungskosten. Außerdem sind sie anfällig für Vandalismus.
 
Die Vorteile eines Betonparks liegen auf der Hand, denn das Baumaterial ist praktisch unverwüstlich. Die Sportler schätzen Betonrampen hingegen wegen ihres hohen „Fahrkomforts“. Zum einen gibt es bei Betonparks selten Abnutzungserscheinungen (Löcher, Fugen, aufgeweichte Belagplatten, usw.), zum anderen bietet Beton ein sehr gutes „Rollgefühl“.
 
Damit ein Park langfristig attraktiv ist, sollte außerdem ein besonderes Augenmerk auf das Umfeld der Anlage gelegt werden. In Stuttgart gibt es ein negatives Beispiel für einen Projekt, wo dies versäumt wurde. Die Stadt hat den dortigen „Skate Platz“ im Rotlichtviertel angesiedelt. Die Sportler müssen sich hier „ihren“ Platz mit Drogenkonsumenten und Prostituierten teilen. Dies ist nicht nur für Kinder inakzeptabel.
 
Ein guter Skatepark muss über eine einladende Atmosphäre genauso verfügen, wie über einen guten Anschluss zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Toiletten, Sitzbänke und Ruhezonen runden das Gesamtbild ab und locken Sportler aus der ganzen Region an.
 
Die Erfahrung zeigt, dass ein guter Park langfristig von der Szene akzeptiert und intensiv genutzt wird. BMX und Skateboarding haben sich als ernstzunehmende Sportarten in der ganzen Welt durchgesetzt und verfügen über eine dauerhafte Basis. Bei entsprechender Förderung können sie maßgeblich Jugendliche zum Sporttreiben animieren und dadurch dazu beitragen das gesellschaftliche Klima zu verbessern."
 
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